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Anaplasmose beim Hund erkennen!

12.06.2015

Was ist eine Anaplasmose beim Hund?

Eine andere, nicht gerade aussagekräftigere Bezeichnung für die durch Zecken übertragbare Krankheit Anaplasmose, bzw. Anaplasma phagocytophilum ist "granulozytäre Ehrlichiose". Um genauer zu sein, ist es der gemeine Holzbock (oder wenn Sie komplizierte Bezeichnungen mögen: Ixodes ricinus) der seinem Namen alle Ehre und dem Hund zu schaffen macht, wenn er diese oftmals gefährliche Krankheit mit seinem Speichel durch einen Biss auf den Hund überträgt. Neben der Anaplasma phagocytophilum gibt es auch eine zweite Erregerart mit dem Namen Anaplasma platys. Diese jedoch ist in Europa und somit auch in Deutschland noch nicht von großer Relevanz, da sie hauptsächlich in Amerika zu finden ist. Nicht jeder Biss der Holzbock-Zecke führt zu dieser Erkrankung, tatsächlich besitzen nur etwa ein Prozent der Zecken diesen Erreger, bzw. die  Bakterien der Gattung Anaplasma. Zwar sind auch Menschen der Gefahr durch Zecken die diesen Erreger in sich tragen ausgesetzt, jedoch ist eine Übertragung von einem infizierten Hund auf den Menschen unwahrscheinlich. Sie brauchen also keine Angst vor dem Kontakt mit Ihrem vierbeinigen Liebling haben, wenn dieser erkrankt ist.

Woran ist zu erkennen, dass ein Hund vom Anaplasma phagocytophilum befallen wurde?

Anaplasmose beim Hund

Eine Ansteckung ist nicht immer sofort erkennbar. Während einige Hunde recht schnell nach wenigen Tagen daran erkranken, kann es bei anderen Hunden aufgrund der Inkubationszeit bis zu drei Wochen dauern, bis sich die ersten Symptome bemerkbar machen. Unter anderem erkennt man die Erkrankung daran, dass der Hund weniger oder gar kein Futter zu sich nimmt, abgeschlagen wirkt, unter Fieber leidet, unerklärliche Schmerzen zu haben scheint und an Gewicht verliert. Auch zentralnervöse Symptome können durch gefährliche Blutungen in der Hirnhaut auftreten.  Als wäre die Infektion mit diesem Erreger nicht schon schlimm genug, kann es passieren, dass der Hund sich gleichzeitig mit Borrelien (Borreliose) infiziert. In diesem Fall können die Symptome verstärkt auftreten. Unter einem Mikroskop lässt sich die Anaplasmose anhand des veränderten Blutbildes recht unkompliziert erkennen. Eine solche Untersuchung ist durch einen Schnelltest möglich, der in der Regel von einem Tierarzt vorgenommen werden kann.

Wie sieht die Behandlung der Anaplasmose aus?

Hunde die das Pech hatten von einer infizierten Zecke gebissen zu werden, sollten mit Antibiotika behandelt werden. Hier gibt es mehrere geeignete Präparate, die dem Hund jeweils zwei bis vier Wochen lang verabreicht werden sollten. Fragen Sie bitte hierzu Ihren Tierarzt.

Vorbeugen ist das Mittel der Wahl!

Durch eine gewissenhafte Vorbeugung kann eine Infektion oftmals vermieden werden. Konkret bedeutet dies, dass Sie Ihren haarigen Freund nach einem Spaziergang im Freien regelmäßig nach Zecken untersuchen und wenn Sie welche finden, sofort entfernen sollten. Auch die Verwendung von Wirkstoffen die abwehrend gegenüber Zecken wirken, wie etwa Permethrin, können dazu beitragen, dass Ihr Hund von lästigen Zeckenbissen und somit auch vor den dadurch übertragbaren Krankheiten verschont bleibt.

Fazit zur Anaplasmose beim Hund:

Die Anaplasmose ist keine Krankheit, die man auf die leichte Schulter nehmen sollte. Eine Impfung dagegen ist momentan noch nicht verfügbar. Wenn der Verdacht besteht, dass Ihr Hund den Erreger in sich trägt, sollten Sie sofort einen Tierarzt aufsuchen und seine Anweisungen befolgen. Im schlimmsten Fall kann die Krankheit durchaus zum Tode führen, aber auch bleibende Schäden sind nicht auszuschließen, wenn infizierte Hunde nicht richtig behandelt werden. Leider ist eine optimale Behandlung nicht immer ein Garant für einen glimpflichen Verlauf dieser Krankheit. Daher ist die Vorbeugung so wichtig!

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